Künstlerhaus Dortmund
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TRAP

24. Oktober  – 29. November 2020

Eröffnungswochenende:
Samstag, 24. Oktober, 15 – 19 Uhr
Sonntag, 25. Oktober, 15 – 19 Uhr

Bitte beachten Sie, dass sich gemäß der Corona-Regeln der Stadt Dortmund (Stand: 16.10.20) maximal 40 Personen in den Ausstellungsräumen aufhalten dürfen.


KuratorInnenführungen an beiden Tagen um 15.30 und 17.30 Uhr.
Einige KünstlerInnen und KuratorInnen sind anwesend.

Finissage mit KuratorInnenführung
Sonntag, 29.November um 17 Uhr


Eine Ausstellung von 17 KünstlerInnen des Kunstmentorats NRW.
Eigene Arbeiten im Spannungs- und Reaktionsfeld mit dem unbekannten Gegenüber – mit der benachbarten, noch unbekannten künstlerischen Position.

Die beteiligten KünstlerInnen werden anhand ihrer künstlerischen Positionen nicht nur in der Ausstellung verortet, sondern auch einer jeweils fremden künstlerischen Position innerhalb der Ausstellungsgruppe zugeordnet. Während des Ausstellungsaufbaus geht es damit nicht allein um den Aufbau oder die Realisierung der eigenen Arbeit, sondern auch um die Auseinandersetzung mit der benachbarten, noch unbekannten künstlerischen Position.

KünstlerInnen
Ale Bachlechner
Maurits Boettger
Gerd Borkelmann
Elisabeth Brosterhus
Stefani Glauber
Brigitta Heidtmann
Alwina Heinz
Lisa Klinger
Thomas Kuhn
Jennifer Lubahn
Tonka Malekovic
Nadjana Mohr
Roya Noorinezhad
Stefanie Pluta
Klaus Schmitt
Anna Schütten
Melanie Windl



Ale Bachlechner

Studio Hallo Episode 1, Videostill, HD, color, sound, 41 min, 2018

STUDIO HALLO ist ein performatives, post-dokumentarisches online Fernsehformat, das 2018 an vier Terminen live gestreamt wurde und jetzt als einzelne Episoden oder 4-Kanal Videoinstallation ausgestellt wird. Entwickelt und gestaltet wurde es von Ale Bachlechner, Jonathan Kastl und Felix Zilles-Perels. Die Leute sagen: „Wenn etwas wie „Studio Hallo" plötzlich aufploppt, kann das ein Schock sein oder eine Art Weckruf. Oder auch der Eindruck von bloßem Wohlbefinden – eine namenlose Verdichtung von Gedanken und Gefühlen. Oder ein Alibi für die ganze Gewalt, die Ungleichheit und den sozialen Wahnsinn, die sich offen in der Oberfläche der gewöhnlichen Dinge verstecken. Oder eine Flucht vor der abstumpfenden Routine und den selbstzerstörerischen Strategien des Weitermachens.“
www.alebachlechner.com


Maurits Boettger


Maurits Boettger, The Presence of Absence, Videoloop, HD, 21:16 min., Köln, 2020, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Maurits Boettger befasst sich mit der Erfahrung, Messung, Herstellung und Manipulation von Zeit. Dazu verwendet er alle möglichen Medien und begreift nicht zuletzt die Zeit selbst als Medium. Er wartet darauf, endlich wieder warten zu können, und macht sich den Zeitvertrieb zum Zeitvertreib. Boettger hinterfragt Prozesse in der Wahrnehmung, er dekonstruiert Informationsträger wie Licht, Ton, Luft und ermöglicht durch gezielte Eingriffe Perspektivwechsel, die den Betrachter seiner Wahrnehmung bewusst werden lassen.
www.mauritsboettger.com


Gerd Borkelmann

o.T., Gouache und Collage auf Papier, 28 x 42 cm, 2020, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Seit Jahren folge ich einer künstlerischen Konzeption, die sich vor allem im kleinen Format auf Papier artikuliert. Fast immer sind es einfache und elementare Mittel: Linien, Gitter, und Kreise, die ein abstraktes und streng reduziertes Bildrepertoire entstehen lassen. Dabei vereinen die Arbeiten auf Papier formale Konzentration wie spielerische Freiheit, oszillieren zwischen Intuition und Ratio, und lassen konstruktive Nüchternheit neben rhythmisch, ornamentale Strukturen treten. Die sich zumeist auf schwarz-weiße Farbnuancen beschränkenden Arbeiten werden nicht selten in einem differenzierten malerischen Prozess konterkariert, die fest gefügten Strukturen erscheinen dabei aufgelöst, sind bisweilen kaum mehr sichtbar, und werden eingebunden in malerische Geste und Substanz. Arbeiten aus unterschiedlichen Werkphasen setze ich in Gruppen und Reihungen in Beziehung zueinander. Im bewusst inszenierten Zusammenspiel eröffnen die Arbeiten ein dynamisches Feld wechselwirkender Konstellationen, lassen überraschende Aspekte und Bezüge entstehen, die ebenso selbstreferenziell sind, wie sie es andererseits verstehen über sich hinausweisen und zu einer immer wieder neuen visuellen und ästhetischen Annäherung und Erfahrung einzuladen.


Elisabeth Brosterhus

o.T. aus der Serie Boote/Flucht, Kaltglaszeichnung über Seccomalerei, 50 x 50 cm, 2019

Elisabeth Brosterhus Arbeitsschwerpunkte sind Malerei und Zeichnung, verbunden mit Landschaft. Ursprung und Materialität von Farbe sind wesentliche Bestandteile ihrer Arbeit, worauf die inhaltlichen Auseinandersetzungen basieren. Durch Zeichnungen auf Glas und einem konzeptionellen Ansatz wird dies erweitert. In ihren Kaltglaszeichnungen experimentiert Elisabeth Brosterhus mit unterschiedlichen Techniken, die sie später in einer Arbeit zusammenfügt. Bei den Überlagerungen spielt die Dimension der Transparenz, welche ihr das Glas eröffnet, eine wesentliche Rolle.


Stefani Glauber

Stefanie Glauber, Rundbogen, Skulptur, Stecker & Buchsen, 30 x 25 cm, 2020


Stefani Glauber, 1991 geboren in München schloss 2018 an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. Aktuell ist sie im Atelierprogramm des Kölnischen Kunstvereins, lebt und arbeitet daher in Köln.
In ihrer Arbeit „Rundbogen" nimmt sie ausrangierte Stecker und Buchsen als Material, um einen Bogen zu bauen und zu testet, ob mit diesen ein selbsttragender Rundbogen möglich ist. Die Papierarbeiten der Serie „Mo-So" sind Abbilder stetiger Wiederholung und kleiner Variationen.


Brigitta Heidtmann

Ohne Titel. 3 Objekte, 2013. Gipskarton, Holz, Schrauben, jeweils ø 170 cm. Verein für aktuelle Kunst Ruhrgebiet e.V. 2018. Foto: Ralf Janowski, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Brigitta Heidtmann arbeitet raum- und materialbezogen im Kontext von Struktur und Architektur des Raums. Einfache Materialien, klare Konstruktion und Positionierung der Arbeiten lassen ein eigenes Kräfteverhältnis zwischen Raum und Objekten entstehen.


Alwina Heinz

Dialog, Marker, Acryl auf Holz, 108 x 78 cm, 2015

Alwina Heinzs Kunst zeigt encodierte Strukturen, die hinter dem Sichtbaren verborgen sind. Diese leiten, formen und manifestieren sich als unsere Realität. Unsere Sinne nehmen nur einen Bruchteil davon wahr. So beobachtet sie geistige Prozesse, wie z.B. Denken, Sprechen oder Erkennen, Hilfs-Konstrukte wie zum Beispiel Normalität oder Identität und dokumentiert sie durch Zeichnen. Dabei spielt die Dualität in der wir uns befinden, mit ihren Eigenschaften, dem Verhältnis zueinander und das Transzendieren davon eine bedeutsame Rolle. Die mit Empfindung aufgeladenen Linien stellen eine Erkenntnis dar. All das Geistige, das sich manifestiert und wieder vergeht wird durch eine höhere Kraft hervorgebracht. Diese Kraft durch das Bewusstsein wahr zu nehmen und sich auf sie in allen Erscheinungen zu konzentrieren ist der Kern des Lebens und ihrer Kunst.


Lisa Klinger

Infidelity, Konzeptzeichnung, 2020

Lisa Klinger arbeitet mit Bleistiften und Graphit. Sie zeichnet im klassischen Sinne und folgt gleichzeitig dem konzeptuellen Anspruch, die Gattung der Zeichnung zu entgrenzen. Zum einen entstehen figürlich-konkrete Zeichnungen mit Bleistift auf Papier. Zum anderen überführt sie das Zeichenmaterial selbst in seiner ursprünglichen Struktur als Graphitpulver in die Dreidimensionalität und stellt so eine Relation zwischen Bild, Körper und Raum her. In präzisem Umgang mit Stofflichkeit und Material arbeitet sie komplexe Beziehungen zwischen Objekt, Objektdarstellung und Objektwahrnehmung heraus.
www.lisa-klinger.com


Thomas Kuhn

Feine Backware , mehrteilig, Schwefel über Holz in Kastenbackform; Einzelmaße 30,5 x 7,0 x 11,5 cm, Gesamtmaß variabel, 2020

Meine Arbeiten beschäftigen sich mit dem Befragen der Natur, Funktion und Wahrnehmung menschlicher Erzeugnisse. Dabei verkehre ich Aspekte eines Gegenstandes in ihr Gegenteil oder beraube das abgebildete Objekt seiner ursprünglichen Funktion. Auch die Kombination unterschiedlicher Komponenten benutze ich als Methode. Dies schafft ein Gefühl der Entfremdung oder auch Ironie. Ich interessiere mich für die Bedeutung des Gewöhnlichen, für die offensichtlichen Dinge um uns herum. Viele meiner skulpturalen Arbeiten lassen sich auf Aspekte alltäglicher Situationen zurückführen. Bei „Feine Backware“ handelt es sich um eine Wandinstallation aus Kastenformen, wie sie zum Backen verwendet werden. In die Formen wurde Schwefel eingeschmolzen, der beim Abkühlen kristallisierte. (…) Der Vorgang, den Teig in die Form einzufüllen und im Ofen zu backen, wird in Erinnerung gerufen. Der Schwefel als alltagsfremdes, mystisch assoziiertes Material ersetzt den Teig, jedoch ohne diesen zu repräsentieren. Vielmehr zeigt das Material durch seine kristalline Struktur seine eigene Wirklichkeit und wird genießbar, nicht im kulinarischen, aber im ästhetischen Sinne.


Jennifer Lubahn

„Do o.T.“, Projektion, Bewegtbild, 5’11min, Videostill, 2020

Jennifer Lubahns künstlerische Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Fotografie, Bewegtbild, Installations- und Lichtkunst und geht stets von einer bestimmten örtlichen Begebenheit aus, einer Reflexion, einer Lichtsituation oder einer Raumstruktur. Ihr Interesse gilt dem Spiel mit der fotografischen Referenz des Wirklichen, den Spannungsmomenten zwischen Zwei- und Dreidimensionalität in Bild und Raum und legt den Fokus auf die Wahrnehmung.


Tonka Malekovic

BODY IN SPACE, Video, Farbe, 13:00 min, Kroatisch/Deutsch, OmeU, 2019

Ausgangspunkt für Tonka Malekovics Arbeit ist ihre unmittelbare Umgebung und die alltägliche Realität. Sie untersucht Potenziale, die sich aus einer widersprüchlichen Beziehung zwischen vorgeschriebenen Vorlagen, die durch unser physisches und soziales Umfeld auferlegt werden und selbstregulierten Prozessen sowie deren spontanen Mustern ergeben. Die Arbeiten sind oft partizipative, temporäre Interventionen oder gelebte Erfahrungen, wobei sie den gegebenen Kontext neu zusammensetzt, um subtile soziale, politische und ökologische Ebenen aufzudecken oder neue Bedeutungen zwischen beobachteten Elementen zu etablieren.


Nadjana Mohr

HtsJ, Malerei, Gips, Vinyl, Acryllack, Polyester, 39 x 29 cm, 2020, Nadjana Mohr, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Nadjana Mohr begreift ihren Körper als vorhandene bewegliche Skulptur, der in seinen Ausdehnungen und im Vorhandensein auf die Zweidimensionalität zielt, eine Malerei formuliert, einen Anzug trägt oder einen (Film-)Ausschnitt wählt, um sich darin aufzulösen. Ihre Arbeit ist der Versuch, mit einer organisierten Umgebung umzugehen und thematisiert die damit einhergehenden Fragestellungen von Zuordnung, Möglichkeiten der Eroberung und Vereinnahmung von Flächen und Räumen durch das Individuum, der autonomen Selbstbehauptung, immer im Sinne eines Mediums.
www.nadjanamohr.de


Roya Noorinezhad

aus der Serie "Transformation", Digitale Fotografie, 50x70 cm, 2017

Dokumentarisch zu fotografieren und zugleich die Fotografie als Dokument in Frage zu stellen ist eines meiner Hauptanliegen im Bezug auf dieses Medium. Welche Rolle übernimmt das Fotopapier? Wie unterscheidet sich ein Foto von anderen Bildern? Sowohl in den Fotografien selbst als auch in der Art und Weise der Präsentation setze ich mich mit der Interaktion zwischen Oberfläche und Tiefe auseinander.


Stefanie Pluta

Fence, schwarz-weiss Fotografie, Inkjet Print, 42 x 60cm, gerahmt, 2020

In meiner künstlerischen Arbeit setze ich mich mit Architektur, öffentlichen Räumen und Raumordnungen, urbanen Phänomenen oder städtischen Randerscheinungen und deren Wahrnehmung auseinander. Mein Interesse richtet sich dabei auf lückenhafte, fragmentarische, unfertige oder vernachlässigte Orte und Situationen im Stadtgefüge.
www.kunstmentorat.nrw/project/stefanie-pluta


Klaus Schmitt


Klaus Schmitt „O-T. 9.15“, 380 x 600 x 80 cm, Holz, PVC, Acryl, 2015, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Seit etwa 1980 setze ich scheinbar rein abstrakte künstlerische Vorgehensweisen in Beziehung zum menschlichen Körper und erzeuge damit einen Spannungsbogen von Körper und Raum, von Konstruktion und Destruktion, von Rationalität und Emotionalität oft in irritierender, aber erkenntnisträchtiger Weise. „Das Wechselspiel zwischen Volumen und Leere sowie Linie und Fläche tritt in den Arbeiten des Künstlers immer wieder an die Oberfläche. Die Entstehung seiner raumbezogenen Interventionen ähnelt einem plastischen Prozess. Er moduliert Materialien wie Holz und Papier, um eine neue Perspektive des Raumes zu erzeugen. Indem er spezifische Merkmale aufgreift und hervorhebt, eröffnet er einen Dialog zwischen Objekt, Raum und Betrachter.“ (Claudia Tronicke, Mönchengladbach 2017)


Anna Schütten

on screens II 2020, Fundstücke und Rhythmus, projiziert, 14.-21.8.2020, i.R.d. Ausstellung „den Zeiten“, Sybelzentrum, Karlsruhe, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Anna Schütten (*1989 in Köln) arbeitet ortsspezifisch an den Übergängen zwischen installativer Malerei und Sound-Performances. Ihr Interesse gilt den räumlichen und zeitlichen Veränderungen, die sich in ihren Arbeiten während der Ausstellungsdauer ergeben.
www.annaschuetten.com


Melanie Windl

Re Source, Objekt-Video-Installation, Maße variabel, 2020

Melanie Windl kombiniert digitale und elektronische Medien mit biomorphen skulpturalen Elementen. In großformatigen Installationen adressiert sie die grundlegenden menschlichen Sinne, die propriozeptive Wahrnehmung und deren Potential, die Grenze zwischen Betrachter und Kunstwerk aufzulösen. Die formale Gestaltung der aktuellen Arbeit untersucht die wesentlichste Beziehung des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt, das inhärente Verhältnis zwischen Mensch und Ozean. In einer Welt, in der lebensspendende Ressourcen wie Wasser und Sexualität schonungslos als Ware kapitalisiert werden, veranschaulicht das Werk die unangreifbare, unveränderliche Verbindung zwischen Mensch und Natur.



Konzept und Organisation: Jennifer Lubahn, Nadjana Mohr, Anna Schütten und Anett Frontzek
Texte und Abbildungen Werke: © die KünstlerInnen

Freundlich unterstützt durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Landesbüro für Bildende Kunst (LaB K), Kulturbüro Dortmund, Sparkasse Dortmund, DEW21