Künstlerhaus Dortmund
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room with a view

7. September 2019 – 13. Oktober 2019

Eröffnung am Freitag, den 6. September um 20 Uhr



Die Ausstellung room with a view thematisiert die Transformationsprozesse, die innerhalb des Mediums Fotografie auftauchen und wie dabei der dreidimensionale Raum vor der Kameralinse auf ein zweidimensionales Bild reduziert wird. Welche Möglichkeiten und Wahrnehmungen von Raum gehen verloren oder welche kommen durch eine bildhauerische, skulpturale Übersetzung in den Raum dazu? Die fünf Positionen zeigen künstlerische Werke, die sich mit der Verschmelzung von realen Räumen, imaginären Bildräumen bis hin zu objekthaften Raumerfahrungen beschäftigen.

KünstlerInnen
Chris Engman
Emma Hart
Katharina Kiebacher
Alexandra Leykauf
Susa Templin



Chris Engmann

Videostill von Sunrise to Sunset, Sunset to Sunrise, Detail, 2010

Am Anfang von Chris Engmans Werk stehen die Idee, das Konzept und umfassende Recherchen. Immanente Themen der Fotografie wie Zeit, Vergänglichkeit, das Licht und die Frage nach der Möglichkeit einer Abbildung von Realität stehen im Zentrum seines Schaffens. Der Künstler arbeitet hier meist mit der Täuschung, Illusion und Irritation des Betrachters.
Engman fuhr für seine Videoarbeiten in die Natur der Westküste der USA an menschenleere Orte, die er als „Settings“, als „leere Leinwand“ versteht – frei von störenden Assoziationen und Interpretationen. Seine dort errichteten temporären Interventionen und Skulpturen sind aufwändig installiert, bestehen aber aus einfachsten Baumaterialien wie Sand, Sperrholz, Seilen oder Betonsteinen. War die Fotoarbeit abgeschlossen, bleiben die Installationen zurück und wurden sich selbst überlassen.
http://www.chrisengman.com


Emma Hart

Family Portrait Lake Orta, digitale Bilderfolge, Größe variabel, 2019

In Emma Harts Kunstwerken werden Beziehungen auslotet. Persönliche, häusliche und familiäre Beziehungen werden unangenehm entlarvt, während das Machtverhältnis zwischen Betrachter und Kunstwerk - wer kümmert sich um wen? - untersucht wird. In Serien wird der kumulative Effekt der visuellen Wiederholung genutzt, um sich auf das Publikum zu stützen und es zu positionieren, wobei häufig versucht wird, es zu manipulieren.
Emma Hart arbeitet hauptsächlich mit Keramik, wobei das Material eine Unmittelbarkeit besitzt, die etwas Grobes und Persönliches zulässt. In Harts Händen bildet es ein ideales Vehikel für eine Praxis, die sich mit den repetitiven Mustern der Höhen und Tiefen des menschlichen Verhaltens beschäftigt.
http://www.emmahart.info


Katharina Kiebacher

Untitled (Handrail), Laserprints, Styropor, kaschierte C-Prints, glasierte Keramik, Grösse variabel, 2016, VG-Bildkunst

Katharina Kiebachers Arbeiten untersuchen die vielfältigen Beziehungen zwischen Bildern und Objekten und beschäftigen sich mit dem spielerischen Übergang von zwei- zu dreidimensionalen Erscheinungsformen. Ihre fotografischen Motive stammen aus dem Alltag und sind inspiriert von architektonischen Strukturen und urbanen Mustern. Im Zentrum steht die Verbindung von Skulptur und Fotografie und damit die Konfrontation zweier sehr unterschiedlicher Materialien: Keramik und fotografische Inkjet-Prints.
Fotografien sind üblicherweise sehr bescheiden, wenn es um ihre tatsächliche physische Präsenz geht: Flach in einem Rahmen fast ohne Erhebung von der Wand funktionieren sie eher als Fenster denn als Objekte. Es gibt jedoch zwei Räume, die eine Fotografie vertritt: Der Raum, der abgebildet ist und von der Kamera in ein Bild transformiert wurde. Und der Raum, den sie für sich selbst beansprucht. In Katharina Kiebachers Skulpturen manifestieren sich Möglichkeiten, wie Fotografie über das bloße Bildmotiv hinaus Raum für sich behaupten kann.
http://www.katharinakiebacher.de


Alexandra Leykauf

Videostill von Cliché Verre, Video, Ton, 41 Minuten, 2017

Die Auseinandersetzung mit Bildräumen und meiner eigenen mentalen und physischen Beziehung zu ihnen ist ein wiederkehrendes Thema in all meinen Arbeiten. Ich beobachte den Blick. Viele meiner Arbeiten spielen mit dem Übergang von einem dreidimensionalen Objekt zur Oberfläche des Bildes und zurück zu einer räumlichen Erfahrung. Ich untersuche die vielfältigen Implikationen sich ändernder Bildkonventionen und unsere zeitgenössische Betrachtungsweise, Herkunftsfragen, Urheberschaft und unsere Position gegenüber den widersprüchlichen Wahrheiten der Bilder.
Sei es der Teppich, der Barockgarten, das Kino, das Museum, das Zelt, die Vitrine, der Schrank oder das Buch: Es ist der gestaltete Innenraum, der von einem undefinierten Äußeren umgeben ist und die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Bereichen, die meinen Wunsch auslösen, Orientierung zu finden, ein Gefühl für den eigenen Standpunkt und die Blickrichtung zu finden. Der Konflikt zwischen der anfänglichen Faszination oder der Verzauberung, die ich beim Betrachten von Bildern erlebe und ein Streben nach der Nüchternheit des Überblicks, von dem aus ich Künstlichkeit und Kontext klar erkennen kann, motiviert meine Arbeit.
http://www.alexandraleykauf.com


Susa Templin

Folded Spaces, Raumskizze, 2017, VG-Bildkunst

Wie funktioniert Wahrnehmung im gebauten Raum und wie lassen sich Raumerfahrungen in Bilder setzen? Fragen wie diese beschäftigen Susa Templin seit langem. Sie arbeitet mit Fotografie und dreidimensionalen Raummodellen, einem Konzept, das sie während ihres Atelierstipendiums in New York konkretisiert und seither weiter entwickelt hat.
Ihr umfangreiches Archiv immer analog fotografierter und im eigenen Labor bearbeiteter Aufnahmen von Raumfragmenten – eine Zimmerecke, ein Stück Vorhang, eine bestimmte Türsituation – nutzt Templin für neue, atmosphärisch dichte Raumentwürfe. Mit den technischen Möglichkeiten von Fotografie und Installation realisiert die Künstlerin subjektive Qualitäten von Architektur und Räumen: Assoziative und gleichzeitig reale Orte, die, wie etwa Folded Spaces, die physischen Erscheinungsformen von Raum, Gegenständen und Körper in Frage stellt.
http://www.susatemplin.com



Konzept und Organisation: Pit Schmieder, Adriane Wachholz
Abbildungen Werke und Texte: © die KünstlerInnen, wenn nicht anders angegeben

Freundlich unterstützt durch: Kulturbüro Dortmund, Sparkasse Dortmund, DEW 21